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Motorpsycho: Angels and daemons at play
Review of AADAP taken from the
Motorpsycho
Eine 'Sideway Spiral' zieht uns in die angenehme Welt MOTORPSYCHOs. Ein kleiner
Weg am Rand, den diese Platte gehen will. Keine großen Straßen befahren die Norweger
auf dieser im Eiltempo eingehämmerten Platte. Nach 'Blissard', dem
verhältnismäßig perfekt produzierten Popalbum, nun also der Rundumschlag nach dem
Motto: 'Geh ins Studio, nimm den Kram auf und geh wieder nach Hause' (QUINCY JONES).
'Walking On The Water' sagt es uns ganz offen: Wir rocken mit allen Riffs dieser
Welt, ob schon gehört oder nicht, laßt uns unseren Spaß. Der Spaß wird noch deutlicher,
wenn der skandinavische Dreier mit 'Heartattack Mac' in Noise-Zeiten von
'Demon Box' zurückkehrt. 'Pills, Powders & Passionplays' nimmt uns bei
der Hand und geht im Park spielen - während die Sonne scheint, versteht sich. Genauso
verständlich ist 'In The Family', das von einem der archaischsten Riffs meiner
Kenntnis getragen wird, es rockt (ich könnte auch poppt schreiben, aber dann habe ich
die PC-Fraktion an den Hacken!) die Punchline, sozusagen. Live eingespielt ist ohnehin
alles, 'Un Chien D'Espace', Epos dieses Albums, macht da keine Ausnahme. Die
Geschichte des armen Spacedogs, der zu Forschungszwecken in den Weltraum geschossen
wird, wurde hier heftigst in das Soundgewand eines 'Lamb Lies Down On Broadway'
(GENESIS) gepackt und lebt von einer schier unglaublichen Dynamik sowie triefenden
Sehnsuchtsmelodie in 12 Minuten - no overdubs, soweit ich vernehmen konnte. Mit dem
zweiten Teil der 'Sideway Spiral' gehen MOTORPSYCHO sehr eigenartig zur Sache,
nehmen sie doch dem Rockformat, das sich für eine Fortsetzung von 'Feedtime'
eignen würde, jedwede Gewalttätigkeit durch Ausdünnen der Instrumentierung, gewöhnungs-
bedürftig und daher aufrüttelnd. An dieser Stelle scheinbar am Ende des Weges
angekommen, nimmt 'Angels & Daemons...' den Weg in den Pop wieder auf,
kurzfristig durch den epischen Ausflug unterbrochen, um uns mit 'Like Always'
daran zu erinnern, wie das Album begonnen hat. 'Stalemate' dann ist eines dieser
Stücke, in denen Bent es schafft, fast zu verschwinden. Snah und Gebhardt holen ihn
jedoch mit der fantastisch eingängigen Single 'Starmelt / Lovelight' vehement
ins Rampenlicht zurück. Der Schlußtrack 'Timothy's Monster', gleichzeitig ein
Abgesang auf Vergangenes und Kennzeichnung des Neuen, trägt wiederum die entstaubte
Qualität der frühen, drauflosprügelnden MOTORPSYCHO, psychedelisch, noisig,
anstrengend, rocking hell. Ein unprätentiöses Album, ohne Überzeugungsdruck entstanden,
frei eingespielt, auf den Punkt gebracht: für mich funktioniert es. Carsten Sandkämper
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